Vorbemerkungen


Im August 1992 beantragte der Hamburger Journalist Wulf Beleites – nach Vorgesprächen mit einigen Kollegen – Titelschutz für das Zeitschriften-Projekt Kot & Köter. Keiner der Beteiligten hat zu dem Zeitpunkt geahnt, dass allein die Option auf ein mögliches Anti-Hunde-Periodikum derart heftige Reaktionen auslösen würde. Gleich nach Erscheinen der formal korrekten Titelschutzanzeige meldeten sich zahlreiche Vertreter aller Medien, um Näheres über das ungewöhnliche „Kampfblatt“ in Erfahrung zu bringen, so dass die erste improvisierte Redaktionskonferenz fast zwangsläufig vor laufender Kamera stattfand.

Die Resonanz auf die umfangreiche Berichterstattung keinen Platz für Zwischentöne, sondern kannte nur zwei Positionen: Auf der einen Seite gab es den erwarteten Aufschrei der Hundehalter, welcher in einer kuriosen Steckbriefaktionen gipfelte – „Diese Herren haben neue Kochrezepte auch für Ihren Hund!“.

Auf der anderen Seite meldete sich eine nicht minder große Gruppe von Sympathisanten, die sich ebenfalls nicht länger mit der Phrase „Der tut nichts!“ abspeisen lassen wollten. Komplette Leidensgeschichten und Privatarchive in Sachen Hundeterror („Vor sieben Jahren kaufte sich mein Nachbar einen Dobermannrüden ...“) flatterten der Redaktion auf den Tisch.Kurioserweise wurde Kot & Köter von Beginn an und ausnahmslos wie ein längst etabliertes Magazin und nicht wie eine Idee oder gar ein Fake behandelt. Bezeichnend für dieses Phänomen war eine Kleinanzeige, in der ein Hundegegner nach der ersten Nummer „der Kultzeitschrift Kot & Köter“ fahndete.